3-Mädels-Tour

Am Mittwoch kam spontan eine Ansage: "Ich fahre mit der Kollegin eine Elsass-Tour. Kommst Du auch?"

 

Also Familienrat abgeklappert und organisiert. Sohnemann hat noch Ferien und will nicht mit. Ist ihm noch etwas zu weit. OK. Unsere liebe Familie Zemp hat sich spontan bereit erklärt, dass Sohnemann kommen darf. Vielen Lieben Dank!

Also mache ich mich an einem heiligen Freitag morgen auf den Weg. Um 9 Uhr ist Treffpunkt bei der Landi Aesch BL. Ich bin früh genug dort. Kaffee und Gipfeli verkürzen mir das warten. Ich freu mich ja so auf die Tour. Wird sicher Toll.

 

Wetter gut, Stimmung gut, alles gut!... :-)

 

Ziemlich Pünktlich fahren wir los. Via Mariastein und Rodersdorf rein ins Elsass. Schön ist es. Top Wetter, angenehm warm und die Sonne scheint. Kaum vorstellbar, dass gegen Abend starke Gewitter gemeldet sind....

 

Wo wir überall langgefahren sind kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Yvonne hat eine wunderbare Tour erarbeitet. Ich durfte einfach mal Cruisen. Malerische Dörfer bestaunen und mich über die lustigen Ortsnamen amüsieren.

Hänge einfach am ende ein "...willer", ein "...nach" oder ein "...heim" an. So bekommst du einen schönen Elsässer Ortsnamen.

 

So kurvten wir fast 2 Stunden durch das Elsass. Hauptsächlich auf Nebenstrassen. Durch die alten Elsässer Dörfer, an kleinen Weihern vorbei genossen wir das "Flachland" bis zum ersten kurzen Stopp: Hartmannswillerkopf.

Gedenkstätte Hartmannswillerkopf

 

Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage wurde Hartmannswiller im 1. Weltkrieg von den Deutschen und Franzosen erbittert umkämpft.

 

Ab 1914 wurde der Höhenkamm während 4 Jahren von den beiden Ländern stark umkämpft. Ganze 4x wechselte die Bergkuppe ihren Besitzer.

30'000 französische und deutsche Soldaten mussten die Schlacht mit Ihrem Leben bezahlen.

 

Zur Erinnerung an die vielen gefallenen Soldaten wurde diese Gedenkstätte errichtet. Sie besteht aus einem Nationalfriedhof und einer Krypta. Der Friedhof ist frei zugänglich. Für den Besuch der Krypta muss ein Eintrittsgeld Entrichtet werden.

Quelle Wikipedia

Vor dem Mittag nehmen wir noch die letzten 15 Km unter die Räder. Friedlich geht es noch hinauf zum "le Grand Ballon". Zu Deutsch: der grosse Belchen. Den kleinen haben wir ja ;-)...

Auf knapp 1500 M. ü. M ist es dank der leichten Brise doch etwas frisch.

 

Beim Parkieren auf dem Schotter-Parkplatz werden wir von einer Gruppe Männer genauestens Beobachtet. Hei Jungs, muss das sein??? Noch nie Frauen und Motorräder gesehen?

Und während ich in die Self-Service-Kneipe laufe wird mein BillyMobil schon von eben diesen Jungs umlagert.... Finger weg!!!

 

Spontan entschliessen wir uns das Mittagessen vorzuziehen. Und wie es sich im Elsass gehört gibt's Flammkuchen. Der war richtig lecker. Für 11 Euro gab's Flammkuchen, Salat und ein 5 DL Getränk. Von diesen Preisen kann man in der Schweiz ja nur träumen...

 

Wir quatschen, genissen das Essen und die Landschaft, bevor wir uns wieder auf die Strecke begeben. Weiter in die Vogesen...

Wir fahren den Grand Ballon hinab und anschliessend gleich wieder auf einen kleinen Hügel rauf. Den Namen konnte ich mir nicht mehr merken. Hatte an diesem Zeitpunkt schon zu viele Eindrücke im Kopf.

 

Rechtzeitig zum Dessert landeten wir im mittelalterlichen Städtchen Kaysersberg. Wunderschön. Es gehörte früher zu Lothringen und heute zu Colmar.

Bei Kaffee, Kuchen und/oder Glace stärkten wir uns für die Weiterfahrt.

 

Im Anschluss cruisten wir entlang der "Route du Crete" und der Elsässer Weinstrasse. Eine traumhafte Streckenführung durch die Rebberge. Sehr empfehlenswert!  Und schöner als die parallele Autobahn. Mit den ganzen Winzern entlang der Strecke könnte man sich sicher auch länger verweilen :-)

 

In Höhe Ensisheim holte uns langsam das Wetter ein. Wir hielten einen Strassenrand-Krisenstab ab und mussten schweren Herzens abbrechen. Eigentlich wäre noch in Richtung Schwarzwald geplant gewesen. Aber von allen Seiten kamen dunkelschwarze Wolken in unsere Richtung. Beim Blick Richtung Schwarzwald sah man richtig wie es regnete.

Also ab auf die Bahn Richtung Basel. Und tatsächlich, kurz vor Basel nasse Strassen. Aber wir hatten Glück. Von oben blieb es trocken. Vorerst...

Auf Basels Autobahnen stockte es wieder mal. So entschied sich unsere Lotsin spontan durch di Stadt zu fahren.

Im Restaurant Hard genehmigten wir uns noch eine kleine Tschüss-Runde. Rechtzeitig zu Rushhour trennten sich unsere Wege Richtung Heimwärts. Die ganze Zeit hat der Himmel schon getropft. Die Regenhose hab ich schon in Birsfelden montiert. Die Regenjacke dann schon vor dem Arisdorf-Tunnel.

 

Ein Hamburger würde sagen eine leichte Brise geht. Will heissen ich brauche beide Spuren auf der Autobahn. Einfach zu gefährlich. In Gunzgen halte ich an der Tankstelle. Der Wind ist zu stark im Moment. Also kurz einen Espresso holen. Und als ich rauskomme Schifft (sorry, aber Regen ist ein zu sanftes Wort in diesem Fall...) es in Strömen, Blitz und Donner. Zum Glück kein Hagel.

 

Als sich das Gewitter gelegt hat fahre ich gemütlich im Regen die letzten Kilometer nach Hause. Wie ich gehört habe sind alle 3 Mädels ordentlich nass geworden...

 

Nach fast 550 Km komme ich zufrieden zu Hause an.

Liebe Yvonne, liebe Katharina: Vielen Dank für diesen tollen Freitag. Hat hammermässig Spass gemacht. Gerne wieder.

 

In diesem Sinne: ride safe und bis bald... 

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Kommentare: 1
  • #1

    Didi (Dienstag, 22 August 2017 06:54)

    Macht spass zu lesen